Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

05.01.2018

Ingenieur der Braukunst, Verleger und vor allem: Judoka

Nachruf auf Wolfgang Weinmann (Geb. 1934)
Es kann nützlich sein, ein paar Griffe zu beherrschen, wenn einem nachts jemand in böser Absicht entgegenkommt. Kampf- oder Verteidigungskünste können helfen. Aber statistisch gesehen geht von Feinstaub eine weit größere Gefahr für die Gesundheit aus als von tätlichen Übergriffen.

05.01.2018

Dieses Ding, das man „Erfolg“ nennt, er hat es nicht gesucht

Nachruf auf Jens Walther-Seefeldt (Geb. 1956)
Fotografie wollten in der DDR viele studieren, viel mehr, als das Land studierte Fotografen brauchte. Entsprechend schwer war es, eine Zulassung für das Studium in Leipzig zu bekommen. Jens war zehn Jahre lang Schweißer in einem Wohnungsbaukombinat gewesen, fotografierte noch nicht lange und bekam den Studienplatz im ersten Anlauf. Sein Schwager, der ihn zur Fotografie gebracht hatte, brauchte drei Anläufe.

29.12.2017

Zwei Termine standen zur Wahl. „Ich hatte die Möchlichkeit “ - bei Hans Lemke wird aus dem gutturalen g ein weiches ch; nach mehr als 45 Jahren in Berlin ist seine Wernigeröder Herkunft doch noch herauszuhören - „ Anfang April oder Ende August 1961 beim Radio-Symphonie- Orchester in West-Berlin vorzuspielen“. Allerdings war er Mitglied des Berliner Sinfonie-Orchesters im Osten. Sich offiziell zu bewerben war unmöglich, also trugen Bekannte die Papiere klandestin über die Grenze. Hans wollte die...

29.12.2017

Die „Bar 11“ in Kreuzberg an der Wiener Straße, gleich neben dem „Madonna“: Zu essen gibt es nichts, zu trinken gibt es alles. Es wird geraucht und riecht nicht nur nach Marlboro. Man ist schnell per Du, man kennt sich. Am Tresen sitzt ein Mann mit Augenklappe. Viele hier kennen ihn. Manche kennen ihn aus besseren Tagen. Da stand er hinterm Tresen und regierte das Geschehen, unmerklich meist, wenn nötig auch mit kräftiger Hand. Sein Händedruck war gefürchtet. Viele haben versucht, ihn im Armdrücken...

29.12.2017

Die anderen Parkenden glauben, hier pausiere ein Zirkus

Nachruf auf Walter Krafft (Geb. 1929)
Komm lieber Mai, singen sie, aus der Mundorgel trällern sie, wer braucht ein Autoradio, wenn er sechs Töchter hat! Irgendwann hält Walter Krafft den VW-Bus an, auf der langen Fahrt zwischen Kairo und Deutschland. Eine nach der anderen steigt aus dem Wagen, um sich zu strecken, die anderen Parkenden glauben, hier pausiere ein Zirkus.

15.12.2017

Raus aus der hessischen Provinz, raus aus dem Dorf, aus dem Reihenhaus. Weg von den Leuten, die hinter ihren Fenstern mit den halbdurchsichtigen Gardinen standen. Diese Leute, die immer, da war er sich sicher, genau wussten, dass die Frau am Ende der Straße einmal in der Woche den Bus in die Stadt nahm, um ihren Liebhaber zu treffen; dass der Mann, der die gestreiften Krawatten trug, seine Kornflaschen im Schuppen versteckte. Die Leute wussten das alles, sie sagten es nicht. Aber sie guckten so rechtschaffen,...

15.12.2017

Würde er über seine Schmerzen sprechen, hätten sie gewonnen

Nachruf auf Christian Bergemann (Geb. 1963)
Tun wir, was er vermieden hat. Sprechen wir über die alten Zeiten.

08.12.2017

Die große Premiere ist wichtig. Es ist die Ernte. Es ist der Beweis, dass man es geschafft hat. Die Frauen und Männer stellen sich in der ehrwürdigen Kirche oder in dem großen Konzertsaal auf, ganz in feierliches Schwarz gekleidet, die Hände zittern vor Aufregung, die Kehlen sind trocken. Im Publikum sitzen die Verwandten, Geliebten und Freunde. Noch einmal rascheln die Sänger mit ihren Notenblättern. Dann blicken sie auf Rolf Ahrens, Chorleiter und Dirigent. Ihren Fels in der Brandung.

08.12.2017

Er hatte sein eigenes kleines Königreich gefunden

Nachruf auf Robert Elsie (Geb. 1950)
Es war einmal ein Land, von dem es hieß, alle Menschen dort seien gleich. Aber das war ein Märchen. Über das Land herrschte ein ängstlicher und missgünstiger König, der die Ausgänge seines Reiches fest verschlossen hielt. Niemand sollte fliehen können. Niemand sollte die Wahrheit in die Welt tragen dürfen. Doch dann kam dieser unerschrockene Prinz von einem Land jenseits des großen Meeres. Der Prinz hieß Robert und war ein sympathischer junger Mann mit lächelnden Augen, der anders als andere Prinzen...

01.12.2017

Die Scheinwerfer im verzerrten Gesicht, der Schweiß auf der Stirn, die Anspannung im Körper. Sie läuft hin und her, ballt die Hände zu Fäusten, drischt mit ihren Texten auf die Ohren ihres Publikums. Doch so sehr sie auch wütet, sie registriert jedes Wispern im Publikum. Hört, wenn es im dunklen Zuschauerraum kichert, lacht, losprustet. So soll es sein. Oder wenn die Leute schweigen und ihre Witze verpuffen, hängen bleiben in den Dunstschwaden der Zigaretten. Eine Katastrophe.