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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

01.11.2013

Spiel ja nicht auf dem Klavier“, sagte die Tante. Klaus hatte mit seiner Mutter und seiner Schwester den weiten Weg von Oberschlesien bis nach Burg im Jerichower Land geschafft und im Haus der Tante das Klavier gesehen. „Wenn’s die Russen hören“, warnte sie, „nehmen sie es auf der Stelle mit.“ Manchmal schlug er die Tasten trotzdem an, ganz vorsichtig, so dass kaum ein Ton zu hören war. Er kannte die Noten, hatte jede Menge Melodien in seinem zwölfjährigen Kopf, sang die Stücke aus dem Schulliederbuch...

01.11.2013

Das Ende war ein Schock für alle, die ihn kannten: die Nachricht, man habe ihn tot in seiner Wohnung gefunden. Man hatte zwar schon seit längerem befürchtet, dass es nicht gut ausgehen könnte mit ihm, solche Gedanken aber immer wieder beiseite geschoben. Viele hatten ihn gemocht, den Mann, der über vieles Bescheid wusste, sich für vieles interessierte, der belesen war, witzig und eine angenehme Begleitung für Kino, Konzert oder literarische Veranstaltungen.

01.11.2013

Das Erreichte ist niemals das Gewollte

Nachruf auf Chantal Bartoli (Geb. 1953)
Eigentlich der Stoff, aus dem die Träume sind. Und die Dramen. Ein französischer Offizier verliebt sich in eine schöne Vietnamesin aus gutem Hause. Die Eltern missbilligen die Beziehung, die Frau heiratet den Mann dennoch, bricht mit ihrer Familie, verlässt Hanoi, folgt ihm nach Marokko und später nach Berlin. Was für eine Dummheit, wird mancher murmeln, was für eine Liebe, seufzen die anderen. Die Frau brachte drei Kinder zur Welt, liebte den Mann und litt unter ihm, denn er war untreu und aufbrausend.

25.10.2013

Wenn der Tag zu dämmern begann, klappte Günter Hasewinkel seinen Sekretär mit dem eingefassten Leder auf, rückte seine Schreibmaschine der Marke Brother zurecht und blickte durch das Fenster die Heerstraße hinunter. Sobald das Klappern der Schreibmaschine ertönte, wussten die beiden Söhne: Jetzt ist er wieder im Krieg.

18.10.2013

Was empfand sie, als ihre Finger über die Tasten glitten und sie Beethovens „Appassionata“ spielte? Spürte sie Lampenfieber, wenn sie gemeinsam mit der Pianistin Adele aus der Ohe auftrat und ein Raunen durch den Saal lief? Was ging in ihr vor, wenn der Applaus aufbrandete, und das Publikum Zugaben forderte? Und was, wenn sie die Kritiken hörte?...

18.10.2013

Je älter sie wurde, desto öfter sprach sie über ihren Bruder

Nachruf auf Ingrid Juds-Varduhn (Geb. 1938)
Ein Bild hängt an ihrer Wand. Ein anderes steckt in ihrem Kopf. Das Bild an der Wand ist ein Foto ihres jüngeren Bruders Wolfgang, vielleicht mit 13. Auf dem Bild in ihrem Kopf ist er 16 und lehnt im Juni 1945 am Gartenzaun vor dem elterlichen Haus in Lübben im Spreewald: „Und da sah mein Bruder ein Auto auf der anderen Straßenseite stehen. Und er wollte auf das Haus zugehen, und in dem Moment kamen zwei oder drei Russen heraus und stürzten sich auf ihn. Er war ohnmächtig und sie haben ihn in das...

18.10.2013

"Was nützen dir all deine Gaben, Glück musste haben"

Nachruf auf Manfred Bethke (Geb. 1928)
Postschaffner, Postoberschaffner, Posthauptschaffner, Postbetriebsassistent, Postpensionär. Das wäre der Lebenslauf, soweit er die Laufbahn des Postbeamten Manfred Bethke betrifft. Aus diesem Lebensabschnitt, dem mit Abstand längstem, sind sehr würdevoll gestaltete Ehren- und Ernennungsurkunden überliefert. Außerdem eine Briefmarkensammlung zur Postgeschichte, die allerdings zu größeren Teilen inzwischen an interessierte Kreise weitergegeben wurde. Der Sohn, auch diesem Abschnitt zuzuordnen, interessierte...

11.10.2013

"Ich laufe schneller als Herr Schmidt!"

Nachruf auf Franziska Sophie Ilzhöfer (Geb. 1998)
Ein Wintermorgen, Donnerstag. Franziskas Mutter macht Frühstück, weckt die Mädchen. Franziska steht sofort auf, zieht sich an, packt den Ranzen, isst, putzt die Zähne, fertig. Sie hat keine Zeit zu verlieren.

11.10.2013

Er dachte nach, über das gelebte Leben und das ungelebte

Nachruf auf Helmut Spanehl (Geb. 1926)
Die Masuren, Berlin, Frankreich, England, Amerika. Mit einem Personenzug, in Güterwaggons, zu Fuß, auf Lkw, per Schiff. Eine Reise, von der er 20-jährig zurückkehrte. Vier Mal hätte er sterben können in diesen 20 Jahren.

11.10.2013

Sie müsste kühl bleiben, Geschäfte treiben. Aber sie ist nicht kühl

Nachruf auf Margarete Brucklacher (Geb. 1923)
Im Jahr 1860 wandert der schwäbische Messerschmied Gustav Brucklacher nach Berlin. Hier trifft er ein Mädchen mit scharf geschnittener Nase und entschlossenem Blick: Margarete Schultze, Tochter eines Berliner Messerschmiede-Meisters. Bewandert in der Kunst des Haltbaren, schafft das Paar eine Existenzgrundlage, auf der ihre Nachkommen noch 150 Jahre später die Klingen wetzen: Sie übernehmen einen Eisen- und Stahlwarenladen an der Oranienstraße und erweitern das Geschäft um eine eigene Werkstatt.