Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

24.01.2014

Hatte sie jetzt den Verstand verloren? „Ein weißer was?“ Frau Mosser drehte den Kopf zu ihrer Tochter, die in der Küchentür stand. – „Ein Elefant.“ – „Elefant?“ – „Ein weißer Elefant. Das Karussell. Ein Gedicht von Rilke.“ Frau Mosser befühlte Karlas Stirn. Seit sie das Frühjahr über mit einer Lungenentzündung im Bett gelegen hatte, umhüllte sie diese sonderbare Art der Selbstvergessenheit. Sie las ununterbrochen, im Liegen, im Gehen, im Stehen. Sie guckte lange aus dem Fenster, obwohl es dahinter...

24.01.2014

Sie war Nänzi, die Herrscherin ihrer selbst

Nachruf auf Sybille Reichert (Geb. 1962)
Sie hatte sich schlafen gelegt. Die Kopfschmerzen plagten sie wieder, alle vier bis sechs Wochen kam ihr Hirn in die Schädelpresse. Dietmar war bei ihr, Dietmar war immer bei ihr, wenn er gebraucht wurde. Sie waren ein Paar, aber nur weil er kapiert hatte, dass sie niemandem gehörte, niemals, nur sich und der Kunst, für immer.

17.01.2014

Er hatte alte Kontakte aufgenommen, er wollte wieder voll einsteigen

Nachruf auf Johannes Hupka-Enwaldt (Geb. 1960)
Wer die beste Mama sei, sollten die beiden Kinder sagen, und sie waren sich einig: Johannes!...

17.01.2014

Doch sie machte die Welt bunt

Nachruf auf Johanna Kittel (Geb. 1922)
Möglich wäre es gewesen: Johanna hätte ihn sehen können, in der Weihnachtszeit, in Pirna mit den anderen Kindern der Kurrende, einem Chor, der von Haus zu Haus zog und Lieder sang. In ihrer Hand die Klingelbüchse, in der schon ein paar Münzen für die Sommerreise klimperten. Sie hatte sogar an der Tür von Peters Großeltern geläutet. Aber war Peter selbst herausgekommen? Sie wussten es nicht. Doch die bloße Möglichkeit, dass sie sich hätten sehen können, damals schon, erzeugte in ihnen den Eindruck,...

17.01.2014

Übersetzer sind die Diplomaten des Worts, ohne sie gelingt nichts in der Verständigung der Völker. Sei es als Dolmetscher im Schatten der Mächtigen oder als Freunde und Förderer der Autoren, ohne sie hielte die babylonische Sprachverwirrung auf ewig an. Dennoch verdient man in diesem Beruf beschämend wenig, und nicht immer entschädigt die Liebe zur Sache für die Mühen.

10.01.2014

Er nahm nicht nur seine Zuschauer im Westen ernst

Nachruf auf Dirk Sager (Geb. 1940)
Die Postkarte zeigt vorn das Plakat für ein Programm der „Distel“: einen Sessel, auf dem eine Reißzwecke liegt. Abgestempelt ist die Zehn-Pfennig-Marke Ende November 1989. Die Mauer ist durchlässig geworden, aber sie steht noch da. Die Sicherheitsorgane in der Normannenstraße haben begonnen, rasch noch ihre unbearbeiteten Fälle zu erledigen. Wie diesen. Die Karte ist an einen Redakteur der Zeitung „Der Morgen“ adressiert, und dem wird ganz komisch, als er liest: „Lieber Freund! Deiner konspirativen...

10.01.2014

Am 16. Januar 1996 fand ein großes Begräbnis statt, ein Staatsakt beinahe. Zur Trauerfeier im Berliner Ensemble waren Hunderte erschienen, wer in der deutschen Literatur und im Theater einen Namen hatte, war da, im Hof des Theaters standen die schwarzen Autos der Politiker. Die Trauernden begaben sich im langen Zug zum Dorotheenstädtischen Friedhof, der Sarg wurde zu Grabe gelassen, man defilierte, man verneigte sich, warf Blumen. Wolfgang Müller stand eineinhalb Stunden in der Schlange, bis er...

03.01.2014

Zwar war er ein Hitzkopf, aber einer, der das Leben liebte

Nachruf auf Steffen Sommerfeld (Geb. 1973)
So dramatisch Steffen gegangen ist, so dramatisch war seine Ankunft. Nur mit künstlicher Beatmung konnte er dazu bewegt werden, zu bleiben. Doch schon zehn Tage später holten die Eltern ein wonniges Baby von der Intensivstation, das sie bald mit zwei Löffeln nicht schnell genug füttern konnten. Bei diesem Appetit, dieser Lebenslust blieb es.

03.01.2014

Manchmal passiert etwas, auf das man keinen Einfluss hat, das aber alles ändert. Man kann das ungerecht finden, man kann sich fügen, Gerhard Finn hat den Kampf gewählt. Als Jugendlicher zwischen die Fronten der Nachkriegszeit geraten, erlebte er Folter und Gefangenschaft: drei Jahre, die sein Leben änderten.

03.01.2014

Er gestaltete Gärten, Uferpromenaden und sein eigenes Glück

Nachruf auf Wolfgang Mellwig (Geb. 1936)
Blümchen steht vor einem Haufen frisch gesiebter Erde, im Flanellhemd und langer Arbeitshose, bei größter Hitze in Socken, festen Schuhen. Die Erde ist gut geworden, fett, wie die Gärtner sagen, nicht sandig, sondern humös, dunkelbraun. Viele Regenwürmer haben den Kompost bearbeitet. Mit dem Handrücken drückt Blümchen Mulden in die Beete, legt Bohnen hinein, immer fünf, angeordnet wie beim Würfel. Nimmt einen Schluck Kaffee und bückt sich erneut über seine Erde im Tegeler Schrebergarten.