Nachrufe
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21.03.2014
"Immer sprechen mich diese jungen Männer um die 30 an"
Nachruf auf Gisela Keller-Dierkes (Geb. 1941)
Groß und schlank, mit riesengroßen Hüten, Pelzkappen, antiquierten Blusen, goldenen Hosen oder silbernen Hotpants und immer mit dem Windhund Baja an ihrer Seite, so stolzierte sie durch ihren Kiez am Südstern.
21.03.2014
Zusammen arbeitslos sein, kann schön sein. Zusammen arbeiten auch
Nachruf auf Ernst Wolf (geb. 1954)
Irgendwann tätowiert sie ihm ein „M“ auf den Arsch. Sie gehören schließlich zusammen seit dem 9. April 1987.
21.03.2014
Wer kann an ein Ende glauben, der immerzu am Anfang steckt?
Nachruf auf Christina Gross (Geb. 1965)
Sie hätte es machen können wie viele andere Gattinnen europäischer Männer in Indien: ein bisschen shoppen, ein bisschen Ayurveda, ein paar indische Tänze lernen. Doch „Madam“ war nicht so.
14.03.2014
Er sollte kein Schriftsteller werden, kein wunderlicher Einzelgänger
Nachruf auf Uli Ditzen (Geb. 1930)
Er hatte unglaubliches Glück. Zwei Mal öffnete sich ihm das Tor zum Paradies der Kindheit. Bullerbü, Nimmerland, Robinsons Eiland, die Murkelei, alle Kindheitsparadiese gehen irgendwann verloren, oder bleiben gar nur Träume. Uli Ditzens Villa Kunterbunt kann hingegen jedermann besichtigen.
14.03.2014
Doch ist sie jung, und es geht eben weiter
Nachruf auf Edith Richard (Geb. 1922)
Dieses Kalenderbüchlein passt bequem in eine schmale Handtasche. Auf zwei mal neun Zentimetern soll man seine Termine eintragen, rasch und knapp. Auch Edith schreibt keine weitschweifigen Sätze. Am 21. Februar 1955 etwa: „Von 16 bis 20 Uhr bei Uschi.“ Oder am 25. Februar: „Mit den Kindern im Wald.“ Doch braucht sie sogar diese wenigen Worte kaum. Denn sie zeichnet, was während des Tages geschieht: Am Dienstag sitzen sich zwei Frauen, Edith und Uschi, gegenüber, beide ein Kissen im Kreuz, die eine...
07.03.2014
Sie wusste, wie sich eine Tochter aus gutem Hause zu benehmen hatte
Nachruf auf Irmgard Kerkhof (Geb. 1920)
Wenn Irmgard Kerkhof in Weiß gekleidet auf dem Kurfürstendamm aus ihrem roten Porsche stieg, um mit einer Freundin im Kranzler zu frühstücken, ging es ihr nicht um die Aufmerksamkeit. Nicht nur. Das war ganz einfach ihre Art, das Leben zu genießen. Die Wimpern getuscht, die Frisur perfekt: Sie machte sich auch zurecht, wenn es nur kurz vor die Haustür um den Lietzensee ging. Auch wenn die Kunstlehrerin selbst malte, ging es fein zu: Tausende winzige Pinselstriche aneinander ergaben das Bild.
07.03.2014
Ein Glück, dass er nach Berlin kam. Hier wurde er "Mister AFN"
Nachruf auf Mark White (Geb. 1925)
An der Berliner Mauer am Potsdamer Platz auf der Seite, die nach Westen wies, stand jahrelang: „Amis raus. Außer AFN“. Die Amis hatten Napalmbomben auf Vietnam geworfen und die Schwarzen diskriminiert – aber der AFN war lässig. Nicht so langweilig wie die deutschen Radiosender, in denen niedliche Mädchen und blitzsaubere Jungs mit Liedchen über den Sonnenschein und die Liebe über die Hölle zuvor munter hinwegsangen. Die AFN-Moderatoren kauten Kaugummi, tranken Cola, leierten keine vorgefertigten...
07.03.2014
Keiner duldete sie länger als drei Tage: zu viel Extravaganz, zu wenig Demut
Nachruf auf Anna Emma Waltraud Haase (Geb. 1930)
Musste sie sich noch mit 80 die Haare blondieren, die Taille in einen Schmetterlings-Gürtel zwängen, Teenager-Turnschuhe tragen und die Hand kokett in die Hüfte stützen, bevor sie fragte, ob noch jemand Kartoffelbrei will?...
28.02.2014
Er lebte hier sein Leben, und das war kleiner als jenes, das für ihn vorgesehen war
Nachruf auf Ravinthiran Dharmalingam (Geb. 1961)
Am 7. Januar erhielt Gowry den Anruf: „Ravi ist tot.“...
28.02.2014
Ist endlich ein Kompromiss gefunden, stemmt sie sich doch gegen ihn
Nachruf auf Ute Becker (Geb. 1942)
Eine glückliche Familie. Alles auf dem Foto spricht dafür: Auf einer Bank in einem Garten sitzt eine lächelnde Mutter, hält ihr Baby im Arm, daneben sitzt ein lächelnder Vater.