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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1090 Nachrufe gefunden

24.06.2011

Kaum eine historische Ausstellung ohne eine Leihgabe von ihm

Nachruf auf Thomas Friedrich (Geb. 1948)
Irgendwann tauch- te Thomas Friedrich in der Martin-Luther-Straße auf, in dem stadtbekannten Antiquariat von Carlos Kühn. Dort traf er andere Büchernarren, man kam ins Gespräch. In seinen Rucksack trug er das Angebot des kleinen Verlags, den er mitgegründet hatte. Ein linker Verlag, „LitPol“: Franz Mehring konnte man dort wiederentdecken, Blätter aus dem deutschen Bauernkrieg, vergessene Literatur der Weimarer Republik und des Exils und Peter Paul Zahls Instandbesetzer-Bilderbuch. Büchersammler...

24.06.2011

"Ich komme gerade aus meinem Bergwerk"

Nachruf auf György Fehéri (Geb. 1953)
Eines verspreche ich: Wenn ich das Ende dieses furchtbaren Krieges erlebe, verlasse ich das Judesein und ich verlasse auch Ungarn.“ Der Schwur des Vaters erfüllte sich nicht ganz. Die Familie blieb in Ungarn, und auch wenn der Vater die Religion nicht mehr lebte, so hat er doch zwei wichtige Filme über die jüdische Geschichte gedreht: einen über das Auschwitz-Album, 193 Bilder betitelt „Aussiedlung der Juden aus Ungarn“. Die Bilder klebten auf 56 Kartonseiten, waren von SS-Männern aufgenommen worden...

17.06.2011

Was machst du, wenn du berühmt wirst und ganz viel Geld verdienst?“, fragt ihn eine Freundin. „Dann könnte ich nicht mehr malen“, sagt Mike Corkill. Er hat Angst davor, entdeckt zu werden.

17.06.2011

Brückner kommt aus einem angesehenen Elternhaus. Die Eltern haben jedoch seit der Schulentlassung die Erziehungsgewalt verloren.“ So stand es in einem Bericht zur „Personenaufklärung“ der Abteilung Kriminalpolizei vom Volkspolizeikreisamt Jena. Dort hieß es auch: „Brückner gilt als ausgesprochener Tramper“, der „alle Veranstaltungen von Beatkapellen besucht“. Und dass „bei Brückner Klaus gesagt werden muss, dass er staatsfeindliche Tendenzen offen zum Ausdruck brachte“. Außerdem protokollierte Oberleutnant...

10.06.2011

Die Abiturienten des Reinickendorfer HumboldtGymnasiums von 1950 erinnern sich noch gut an ihren Lehrer. Jung, athletisch kam Klaus Elfferding mit dem Fahrrad zur Schule und stellte es neben das Pult im Klassenraum. Der Krieg war zu Ende, die Stadt lag in Trümmern, aber dieser Mann versprühte Frische und Enthusiasmus. Seinen weißen Laborkittel trug der Physik- und Mathematiklehrer den ganzen Tag lang wie ein Jackett. Sein pädagogisches Credo: beibringen, nicht einhämmern! Mancher hoffnungslose Fall...

10.06.2011

Das Mütterliche lag ihr, im Hausfraulichen zeigte sie Schwächen

Nachruf auf Edeltraut Fehrmann (Geb. 1916)
Die langen Haare, versicherte Edeltraut ihrer Schwiegertochter, sind der Schmuck einer Frau. Deshalb dürfe man sie niemals abschneiden, allenfalls die Spitzen kappen. Edeltrauts dunkle Haare reichten ihr bis zu den Kniekehlen, auch wenn das niemand ahnte. Sie rollte sie morgens ein und steckte sie hoch. So blieben sie bei ihr bis ins hohe Alter, wie Möbel, Bilder, Briefe, Spielzeug, der getrocknete Brautstrauß und Fotos, an denen ihr Herz hing.

10.06.2011

Oh Gott, wie sieht der denn aus!“, rief die Hebamme. Ganz blau waren Reinalds Beine und angeschwollen. Wegen einer Gefäßerkrankung war Reinalds Durchblutung unterhalb des Bauchnabels gestört. Er hatte mehr Blutgefäße als üblich, aus seinen Beinen quollen die blauen Adern.

03.06.2011

Aber er lässt sich nicht gehen

Nachruf auf Julio Garcia-Santana (Geb. 1957)
Er spricht sie an, einfach so, ohne besonderen Spruch. Wie die Männer in Puerto Rico es tun, wenn ihnen eine Frau gefällt. 1986 ist das, auf einem Willie-Colón-Konzert im Tempodrom. „Da hatte ich so einen Stich im Herzen“, sagt Angelika. Er fragt sie, ob sie einen großen Salat mag. Mit Ei, Schafskäse, Thunfisch, Tomate, Paprika und viel Knoblauch. Sie verabreden sich. „Er hat sich durch Kochen in mein Herz geschlichen.“ Und durch Tanzen. Sie mag Walzer und Foxtrott, ihm liegen Salsa und Merengue.

03.06.2011

Im Mai zog Ingeborg mit ihrer Schwester für die Nächte in das Häuschen weit hinten im endlosen Woltersdorfer Garten. Im Sommer lief sie barfuß über die Wege und Wiesen. Ihre Kleider waren von der Mutter genäht. Fleisch aß sie kaum. Dafür Äpfel und Birnen von den eigenen Bäumen, Beeren von den eigenen Sträuchern, Kartoffeln von den eigenen Feldern. Sie wusste, sie lebte anders als die anderen Kinder. „Mutti, ich will nicht immer ’ne Gitarre sein“, sagte sie vierjährig zu ihrer Mutter. Sie meinte...

03.06.2011

Sobald was gut gelaufen ist, hat er’s versemmelt

Nachruf auf Aleksandar Welz (Geb. 1982)
Lange stand sein Foto im Schaufenster eines Kreuzberger Streetwear–Geschäfts. Ein schlaksiger junger Mann, kurzgeschorene Haare, Basecap, herausfordernder Blick, die eine Hand zum Satansgruß gespreizt, Zigarette im Mundwinkel. Im Hintergrund die Altbausilhouetten. „Elmo, wir vermissen Dich. In ewiger Erinnerung, Deine Freunde vom Depot 2“ war darunter zu lesen. Jetzt ist das Foto verschwunden.