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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

22.02.2013

Er war mal einer, der vom und für das Kämpfen lebte

Nachruf auf Christian Semler (Geb. 1938)
West-Berlin im Jahr 1968, eine Demonstration der revolutionären Studenten eskaliert, alles ist in Bewegung, die Studenten fliehen vor der Polizei. Irgendwo dazwischen einer der wortmächtigsten und theoriesichersten Anführer der Revolte. Er ist quasi blind, weiß gar nicht, wo er hinläuft. An seiner Seite rennen Studenten mit geringeren Kenntnissen der Revolutionstheorie und besseren Augen und rufen ihm zu: „Jetzt links, Christian! – Jetzt rechts!“...

15.02.2013

Am schlimmsten plagte der Verrat der Mutter

Nachruf auf Konrad Michael Tybus (Geb. 1928)
Der 6. April 1966, ein Spionageflugzeug vom Typ Yak-28 gerät außer Kontrolle und droht über West-Berlin abzustürzen. Hauptmann Boris Kapustin und Oberleutnant Juri Janow gelingt es in letzter Sekunde, die Maschine am bewohnten Gebiet vorbeizusteuern. Das Flugzeug zerschellt im Stößensee, die Piloten kommen ums Leben. In Russland werden sie jährlich an ihrem Todestag geehrt. In Berlin gedenkt ihrer niemand.

15.02.2013

Veränderung? Immer! Die Frisur aber bleibt

Nachruf auf Irene Stenz (Geb. 1925)
Neue Frisur, neue Frau, hofften die Töchter und schenkten der Mutter zum Geburtstag einen Fön. Ein paar Tage spielte Irene Stenz mit, dann wusch sie sich wieder wie jeden Morgen die kurzen dunkelblonden Haare, rollte sie auf Lockenwickler, ging in die Küche, stülpte die mobile Trockenhaube über den Kopf und begann das Frühstück zu machen. Nur mit dieser Frisur, den kleinen Locken, dem auftoupierten Haar am Hinterkopf, gefiel sich Irene Stenz, auch im Profil.

15.02.2013

Fleißiger hätte sie sein müssen in der Schule. Ihren Eltern eine bessere Tochter sein. Doch sie ging lieber zum Sport, traf sich mit ihren Freunden vom zionistischen Jugendverband, blieb ein „Wiener Schlamperl“. 1937 gewann sie den Schülerpreis beim Slalomlauf in Schladming. In Mathe war sie ausgezeichnet, in Geografie allerdings „eine völlige Versagerin“.

08.02.2013

So etwas hatte man in Deutschland Anfang der siebziger Jahre noch nicht gesehen. In Scharen standen die Menschen vor dem gewaltigen Gebäude in der Münchner Leopoldstraße und staunten über die fast fensterlose Fassade, auf der in Rot und Orange und Gelb die Sonne aufging, und hinter der sich die ganze große Welt des Konsums auftat. Schon der Name ein Versprechen: „Schwabylon“, ein Wortgefüge aus dem Stadtteil der Bohèmiens und der sagenhaften Stadt am Euphrat. Alles konnte man in diesem riesigen...

08.02.2013

Es ist nicht so, dass Edith Klude jahrzehntelang Daumen gedreht hätte. Sie mistete Kuhställe aus, krümmte sich auf Feldern, beseitigte Berliner Trümmer, demontierte Werksanlagen für die Alliierten und ging in die Fabrik. Und mit 47 war sie, offiziell, eine Berufsanfängerin.

08.02.2013

Ein Fossil, ein Überbleibsel aus den Schriftzeiten der Menschheit

Nachruf auf Wilfried M. Bonsack (Geb. 1951)
Ausschneiden! Diese Einladung gilt Ihnen ganz persönlich. Freunde dürfen mitgebracht werden. Platz ist genug! Aber lassen Sie sich besser noch ein bisschen Zeit für die Dichtergespräche im Elysium. Husch, husch wird hier gar nichts verhandelt. Nein, nicht mehr in der Auguststraße 19, nicht mehr in der Tucholskystraße 28, sondern, wie gesagt, im Elysium selbst. Vorsitzender des ganz und gar demokratischen Geschehens und vorläufig alleiniger Beitragender: Wilfried M. Bonsack, gelernter Theologe, Philosoph,...

01.02.2013

Ein Leben im Glück. Erst am Ende muckte das Schicksal auf

Nachruf auf Bernhard Leisering (Geb. 1951)
Ungarn, Sommer 1989. Da ist ein Loch im Eisernen Vorhang, und für tausende Urlauber aus der DDR stellt sich die Frage ihres Lebens: Jetzt in den Westen fliehen oder nie? Das alte Leben aufgeben, ein neues mit mehr Geld und Freiheit aufbauen? Die Leiserings sind auch in Ungarn, aber sie stellen sich die Frage nicht. Wozu die Heimat tauschen, ihnen geht es gut.

01.02.2013

Wie sie schlafen konnte in Flugzeugen! Stundenlang und ganz unbeeindruckt. Sogar auf Kurzstrecken. Das hat die anderen immer wieder verblüfft. Braucht es dafür die Zuversicht, dass am Ende der Reise etwas Gutes wartet?...

25.01.2013

Und die Bücher machte er zu seinem Beruf

Nachruf auf Herbert Meinke (Geb. 1951)
Herbert Meinke wuchs in einer Großfamilie in Berlin-Moabit auf. Da waren die Eltern, beide Ärzte, die vier Geschwister und der Großvater. Der hatte zum Kreis um den Dichter Stefan George gehört, schrieb selbst Gedichte und übersetzte die Texte des persischen Dichters Dschalal ad-Din Muhammad Rumi aus dem 13. Jahrhundert. Herbert besuchte ihn oft in seinem Zimmer und ließ sich von seiner Literaturbegeisterung anstecken. Der Vater machte sich die rebellische Seite des Sohnes zunutze: Ein Buch, von...