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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

21.06.2013

Die Sprache war das Einzige, das ihn an Wagner störte

Nachruf auf Tadeusz Okuljar (Geb. 1929)
Tadeusz Okuljar liebte die Landschaft, die sein Schicksal ihm als Kindheitskulisse aufgestellt hatte: die polnischen Beskiden. Schon als kleiner Junge streifte er allein darin herum und bestieg die Romanka, von deren Höhen aus er Geist und Seele schweifen ließ. Sein Vater hingegen, ein Landarzt, rumpelte in seiner Kutsche durch die Täler, um die Kranken zu besuchen.

14.06.2013

Die alte Garde diffamiert ihn als "Jungtürke"

Nachruf auf Peter Malik (Geb. 1944)
Ruhm und Ehre, politische Träumereien, Ränkespiele und Karrierismus – damit hatte er nicht viel zu tun. Zeitlebens stand er für den verschwindenden Typus des pragmatischen Lokalpolitikers, der zäh und in kleinen Schritten das Leben in seiner Umgebung verbessern will – nicht für sich, sondern für alle. Kreuzberg war einmal ein Arbeiterbezirk, der nach dem Mauerbau im toten Winkel steckte, wo viele Leute wenig Geld verdienten, und wo die Türken hinzogen. Das war noch lange nicht das Kreuzberg der...

14.06.2013

Ein beliebter Stadtteil, das Bayerische Viertel im Berliner Bezirk Schöneberg. Im Jahr 1933 lebten dort 16 261 Juden. Alle wurden vertrieben, viele ermordet, etliche töteten sich selbst, um der Deportation zu entgehen. Die deutschen Nachbarn waren Zeugen der Vertreibung, nicht wenige haben davon profitiert, keiner kann sagen, er hätte es nicht gewusst. Die Ausstellung im Rathaus Schöneberg „Wir waren Nachbarn“ erinnert an die Menschen, die Nachbarn waren, bis sie zu „Volksfeinden“ erklärt wurden.

07.06.2013

Klaus und Sheela hatten einander einiges zu verdanken. Sie fanden sich irgendwann bei der Suche nach etwas Essbarem und blieben beieinander. Sheela war eine Promenadenmischung mit reichlich Schäferhund in den Genen, kein Schoßhündchen jedenfalls. Mit dem Hund kam Klaus nicht mehr problemlos in die Notübernachtung und begann sich nach einer Wohnung umzusehen. Eine Weile fand er Zwischenquartier im Heizungskeller der Thomas-Kirche am Mariannenplatz und dann, endlich wieder eine eigene Wohnung. Manchmal...

07.06.2013

Cornelia W. kann sich noch gut an ihre erste Begegnung mit Barbara Tischendorf erinnern. Es war ihr erster Arbeitstag als Sekretärin der Berliner Stadtmission, noch war sie fremd und ein wenig unsicher. Umso dankbarer war sie für die herzliche Begrüßung der Frau, die ihr auf dem Gang entgegenkam und sich als Buchhalterin vorstellte. Sie war eine auffällige Erscheinung: sehr groß, sehr korpulent, maskuline Gesichtszüge, gerahmt von langen, blonden Locken.

07.06.2013

"Das gab’s alles schon, das geht auch wieder vorbei"

Nachruf auf Martha Fleischhammel (Geb. 1909)
Sie legte die Perlenkette an, strich eine silberne Locke aus dem Gesicht und trat aus der Kabine hinaus auf den schmalen Gang, in dem schon ihr Enkel stand. „Aber wir verspielen nicht mehr als 50 Mark“, sagte sie, und Jakob bot ihr seinen Arm an und nickte. „Ja, Martha, höchstens 50.“ Zuerst setzten sie sich in den Speisesaal des Kreuzfahrtschiffes, das nach Oslo fuhr, aßen einen Happen und machten sich dann auf den Weg zum Casino. Aber sie waren zu früh. Die Croupiersdame ließ sie dennoch herein,...

31.05.2013

Eines Tages wollte er auch fliegen, frei sein

Nachruf auf Hans-Joachim Giller (Geb. 1929)
Bei Binz auf Rügen lag er auf dem Feld und schaute in den Himmel. Dort, ganz weit oben, sah er die Flugzeuge langsam ihre Streifen ziehen. Leuchtendes Weiß auf dunklem Blau, was für ein friedliches, schönes Bild. Eines Tages wollte er auch fliegen, frei sein, selbst bestimmen wohin es ging, nach links oder rechts, oben oder unten.

31.05.2013

Priester durfte er nicht werden. Aber Kellner

Nachruf auf Pavo Banac (Geb. 1940)
Die Leute sagten nicht: „Wir gehen heute essen“, sie sagten: „Wir gehen zu Pavo.“ Und wenn sie das „Galija“ in Charlottenburg betraten, mittags oder abends, im Frühling oder im Herbst, kam Pavo ihnen schon entgegen, schüttelte ihre Hände, begleitete sie zu den mit weißem Leinen gedeckten Tischen, brachte ihnen ein erstes Getränk und fragte nach dem Befinden, der Familie, dem letzten Urlaub. Ein Ehepaar reiste täglich aus Lichtenrade an, Handwerker aßen während ihrer Pausen schnell große Portionen,...

31.05.2013

"Ich hatte großes Glück, kam nie mit leeren Händen zurück"

Nachruf auf Ursula Junggeburth (Geb. 1919)
Ihr Leben, von ihr selbst gereimt, erzählt von frohen und von dunklen Tagen, und wie sich alles doch gefügt, dank ihrem sonnigen Gemüt:...

24.05.2013

An der Garagenmauer hing ein großes Betttuch, bunt bemalt von zehn Frauen, und jedes Jahr entstand ein neues, immer wenn das Sommerfest des Malkreises bei Hilde Weström stattfand. Jede Woche trafen sich die Frauen bei ihr, und immer malte Hilde mit: farbintensive, expressive Bilder. Ganz zufrieden war sie damit aber nie.