Nachrufe
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14.11.2014
Einen Gegner musste es geben, um einen Ball sollte es gehen
Nachruf auf Ulla Müller (Geb. 1911)
Ohne Gesellschaft war ihr das Leben nichts. „Ich muss raus, unter Menschen. Menschen, die sich verkriechen, sterben früh“, sagte Ulla Müller. Wer sie kannte, wusste: Das hatte sie definitiv nicht vor. 103 zu werden, war das sportlich gesetzte Ziel.
14.11.2014
Hundehalter brauchen einen Führerschein! Knut ist kein Kuscheltier!
Nachruf auf Klaus Lüdcke (Geb. 1938)
Einer musste es den Berlinern sagen. Warum nicht Klaus Lüdcke, der Lospolterer, groß und kräftig. Nur die Morddrohungen auf seinem Anrufbeantworter waren zu viel. Nicht weil sie ihm Angst gemacht hätten. Er fand sie feige. Wenn kämpfen, dann offen und ehrlich. Wie früher, als der Judoka für die DDR-Jugendauswahl seine Gegner in den Würgegriff nahm.
07.11.2014
Nur wenige fanden in sein Innerstes, die Dichter vor allem
Nachruf auf Tom Morrison (Geb. 1960)
Die Einsamen kennen es auswendig, das Kaspar- Hauser-Lied: „ ? sein leiser Schritt / An den dunklen Zimmern Träumender hin / Nachts blieb er mit seinem Stern allein ? “ Allein war Tom nie, nicht am Tage. Da gab es immer Menschen, die ihn suchten, da gab es immer Menschen, die er fand, denen er zuhörte und das Gefühl gab, etwas Besonderes zu sein.
07.11.2014
"Ich bin gekommen, nicht um die Welt zu ändern, sondern um zu studieren"
Nachruf auf Peter Sebingi Kamya (Geb. 1945)
Wer es nicht besser weiß, würde Golf-Caddies mit Balljungen beim Tennis vergleichen, eifrige, möglichst unauffällige Dienstboten. Doch die Stärken eines guten Caddies liegen ganz woanders. Da er viel mehr Zeit auf dem Platz verbringt als seine Kunden, kennt er die Unebenheiten des Rasens ebenso wie die Asymmetrie des Erfolgs. Er kann aus Erfahrung unterscheiden, wann ein gelungener Schwung reine Glücksache ist, oder das Ergebnis von Fleiß und Talent.
07.11.2014
Kein Gotteslästerer, sondern ein Experte für die weite Welt
Nachruf auf Reimar Lenz (Geb. 1931)
Im Himmel über Reimar Lenz vertrugen sich die unterschiedlichsten Götter und Heiligen gut. Buddha hatte ihn schon früh die innere Sammlung gelehrt, Allah – wie ihn die Sufis verstehen – die Poesie der Mystik, und der Verkünder der Bergpredigt wurde sein Gewährsmann für die Rebellion gegen falsche Autoritäten. Kein Glaube sollte Lufthoheit beanspruchen, kein Gott gegen Toleranz und Verständigung in Stellung gebracht werden.
31.10.2014
Jahrzehntelang hatte sie ihr Künstlerleben aufgeschoben
Nachruf auf Ingeborg Wallström (Geb. 1924)
Atelier? Sie hätte abgewinkt: Es ist ein Zimmer und in diesem Zimmer male ich.
31.10.2014
Er wusste gar nicht, wie man ohne Frauen Geld verdient
Nachruf auf Steffen Jacob (Geb. 1947)
Über Steffen Jacob stand schon viel in den Zeitungen, vor allem in denen mit den großen Bildern, doch nicht allzu viel davon war wahr. Denn die Quelle der Geschichten war zumeist er selbst. Das Bild, das er verbreiten ließ, könnte man so beschreiben: Ein Geschäftsmann, der das Leben zu genießen versteht, und der anderen beim Genießen hilft. Ein Mann, der sich in der Welt des Rotlichts auskennt, der die schönsten Frauen an seiner Seite hat und sie großzügig weitergibt. Ein Mann, der in der guten...
24.10.2014
Es war, als würde alles immer weitergehen
Nachruf auf Dieter Prange (Geb. 1961)
Es ist ein Film über die Zeit. Sie dehnt sich, sie kommt kaum voran, immer wartet irgendjemand. Und wenn er glaubt, das Warten keinen Moment länger aushalten zu können, passiert etwas. Dutzendfach hat Dieter „Spiel mir das Lied vom Tod“ gesehen, nie ist die Zeit ihm dabei lang geworden, es war, als würde alles immer weitergehen.
24.10.2014
Berlin gehörte nicht zum Plan, aber es gab ein Casting für "Cabaret"
Nachruf auf Donna Cohn-Brandt (Geb. 1951)
On behalf of Captain Martin and our flight crew 534 ? welcome you in Berlin ? the temperature in the capital city ? with sunny skies, partly cloudy ? thank you for traveling Windrose Air ? have a wonderful successfull day. Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen und erfolgreichen Tag.
24.10.2014
War die Unfähigkeit zum Nein nicht auch seine größte Stärke?
Nachruf auf Axel Quade (Geb. 1943)
Nicht ein einziges Mal hatten Sie schlechte Laune“, schrieb eine Praktikantin ihm einmal. Alle, die ihn kannten, hätten das unterschrieben, die Angestellten und die Stammkunden, selbst seine Ehefrau.