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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

06.02.2015

Im Knast hat er gesessen, drei Jahre insgesamt, die meiste Zeit davon im Arbeits- und Umerziehungslager „Schwarze Pumpe“. Unwahr ist, dass er wegen versuchter Republikflucht einsaß. Das hat er irgendwann mal so erzählt, und viele haben es weitererzählt. Es passte gut ins Bild vom Freigeist, dem das piefige Gleichmacherland zu eng sein musste. Doch irgendwie passte es auch wieder nicht, denn die Rolle, die am wenigsten die seine war, war die des Regime-Opfers. Ein Kiedorf und ein Fluchtversuch? Gescheitert?...

30.01.2015

Als Theodor Fliedner 1836 das erste deutsche Diakonissenhaus gründete, führte er als Teil der Diakonissen-Tracht die Haube ein, bis dahin Kopfbedeckung der verheirateten Frauen. Sie sollte den unverheirateten Diakonissen gleiche gesellschaftliche Rechte und damit Schutz vor respektlosem Verhalten verleihen.

30.01.2015

Dann muss er die Köpfe absägen, kopflos ist nun gefragt

Nachruf auf Reinhold Mohr (Geb. 1943)
In dieser Küche fühlt er sich einfach wohl. Es ist zwar eng, was kein Wunder ist bei acht Leuten, aber das sind normale Kreuzberger Wohnverhältnisse. Es ist mehr das Lachen und die Herzlichkeit. Wie bei einer richtigen Familie. Noch besser aber findet er diese Bärbel, ihre blonden Haare und ihren herausfordernden Blick. Er muss immer wieder zu ihr rüberschauen.

30.01.2015

Vielleicht entstand der Eindruck, er habe ein papierenes Leben geführt

Nachruf auf Karl Friedrich Faltenbacher (Geb. 1946)
Der Friedhof in der Moltkestraße in Lichterfelde-West am 13. November 2014: Karl Friedrich Faltenbacher wird beerdigt. Viele Menschen sind da, seine Frau und auch fünf ehemalige Geliebte. Doch hätten es ebenso 15 sein können. Die fehlenden zehn sind nicht aus Groll ferngeblieben. Sie leben in Moskau oder Frankreich. Aber sie wären gern gekommen. Denn Karl war begabt. Außerordentlich fähig zur Freundschaft.

23.01.2015

Das Chaos brach über jedem Besucher herein, der seine Wohnhöhle betrat. Platten, CDs, alte Zeitungen, palettenweise Überraschungseier, Porno- DVDs, Rolling-Stones-Hefte, Briefe, Rechnungen, Wäsche und immer eine offene Schachpartie. Es war schwer, einen Sitzplatz zu finden.

23.01.2015

Jeden Dienstag, 21 Uhr 45, versammelte sich der harte Kern der Hausbesetzer in der Regenbogenfabrik vor dem Fernsehapparat. Anrufe wurden keine mehr entgegengenommen, Störungen nicht geduldet, es lief: „Dallas“. Die Serie um die intrigengebeutelte Ölfördererdynastie war Pflicht, natürlich weil J. R. Ewing der Prototyp aller hinterlistigen Spekulanten war, die auch in Kreuzberg ihr Unwesen trieben, aber vor allem, weil es Spaß machte.

23.01.2015

Eine Szene aus „Pappa ante Portas“: Heinrich und Renate Lohse sitzen mit ihrem Sohn im Speisewagen eines Zuges, ihnen gegenüber Tante Hedwig und Schwippschwager Hellmuth. Der Kellner kommt mit einem Tablett an den Tisch, ruft: „So, die Herrschaften“, verteilt die Bestellungen, fragt: „Für wen war die Torte?“, stellt sie vor Hellmuth, sagt: „Ich darf dann auch gleich kassieren“, der Zug quietscht, der Kellner wankt zurück, wankt nach vorn, stützt sich dabei mit der linken Hand mitten im Tortenstück...

16.01.2015

Alle sind genervt, nur er nicht. Okay, der alte Toyota ohne Seitenspiegel hat erst gespuckt, dann geruckelt und war schließlich liegen geblieben, mitten auf der Landstraße, irgendwo im Nirgendwo in Äthiopien. Kein Grund für schlechte Laune. Hilfe kommt bestimmt. Alemayehu Tadesse winkt, redet und lacht. Der alte Charmeur. Und tatsächlich, der Erste, der vorbeikommt, bringt den Motor wieder in Gang. Zehn Minuten und fünf Kilometer später hilft ein anderer und spendet eine Plastiktüte mit Benzin.

16.01.2015

Wenn man deutsch steigern könnte, müsste man dieses Leben als eines der deutschesten bezeichnen. Sagen wir, es war ein mustergültig deutsches.

09.01.2015

"Aber wir verstanden wenigstens die Sprache, wenigstens das."

Nachruf auf Mathilde Weinert (Geb. 1937)
Es ist ein bequemer Sessel. Bezogen mit einem hellen, weichen Stoff, mit einem Hocker davor, auf den Mathilde ihre Füße legen kann. Sie setzt sich am späten Nachmittag in den Sessel, schlägt die Erzählungen von Tania Blixen auf, liest eine Weile, schlägt das Buch wieder zu und schaltet den Fernseher ein, eine Frau erklärt, wie man den Garten winterfest macht, Mathilde denkt an ihren Oleander, den sie bald vom Balkon hereinholen muss, für die Schlepperei war doch immer Günther zuständig, aber mit...