Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
Montags von 10:00-11:00 Uhr Dienstags von 20:00-22:00 Uhr Donnerstags von 16:00-17:30 Uhr zum Livechat »

Anzeige aufgeben

Schalten Sie Ihre Anzeige in der Zeitung

Über unser Online-Anzeigensystem können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine private Traueranzeige in aller Ruhe selbst gestalten und online aufgeben.

Traueranzeige aufgeben

Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

30.10.2015

Es gibt Zauberwörter. Und wenn man sie trifft, dann sind sie wie ein Schlüssel. Dann dreht sich das Schloss, und eine Tür geht auf. Die Tür zu einem Leben. Bei Klaus Behnke heißt das Zauberwort trotzdem. Es schließt sein Leben auf.

30.10.2015

Er war ein Flüchtling, zeitlebens. Aus Russland floh die Familie vor den Kriegswirren in die Schweiz, nach Davos, wo Juri geboren wurde. Sein Großvater war ein reicher Mann, und Juris eidgenössischer Lebensweg schien in den hellsten Farben vorgezeichnet, die örtliche Zeitung rühmte ihn gar als jüngsten Schweizer Skifahrer. Aber das Vermögen schwand, die Schweiz zeigte sich unwirtlich, und so zog die Familie 1922 weiter nach Berlin, wo der Vater Druckereidirektor wurde. In seinem Haus gingen exilierte...

23.10.2015

„Keine Sorge, ich hab schon Schlimmeres erlebt“

Nachruf auf Klaus Brandstetter (Geb. 1970)
Auf dem Land ist der 16. Geburtstag für die meisten Jugendlichen ein wichtigeres Datum als die Volljährigkeit, denn dann können sie endlich ihren Mopedführerschein machen. Der Bauernhof seiner Familie lag etwas ab vom Schuss, und Klaus, mitten in der Pubertät und doch schon ein Lebemann, genoss die neue Freiheit umso mehr. Aber nur wenige Wochen. Auf dem Weg zu einer Freundin kam er ins Schleudern und überschlug sich. Der Vater, Bauer alten Schlags, konnte mit der Situation nicht umgehen, sein querschnittsgelähmter...

23.10.2015

Ein ganzes Brot, nur für sich alleine, was für eine Vorstellung. „Mama“, sagt Klaus, sechs Jahre ist er da alt, „Mama, ich wünsch mir zu Weihnachten ein Brot.“ Es sind die Jahre des Überlebens, die Zeit nach 1945 in Berlin. Weil ihr Haus nicht mehr steht, wie die halbe Stadt nicht mehr steht, sind sie anderswo zwangseingewiesen worden. Sie hungern, sie frieren, aber immerhin haben Klaus, seine Schwester, seine Mutter ein Zimmer und sie haben sich.

23.10.2015

Er ist der Erste, oft und in vielem. Die einen freuen sich darüber, den anderen treibt es zur Weißglut. Die, denen es gefällt, sind die Geschwister. Denn Georg ist ihr Wegbereiter: Er lässt sich die Haare vor ihnen lang wachsen. Schüttelt seine Mähne zuerst zu dieser neuen trotzigen Musik. Lässt sich früher als die anderen nicht mehr vom Vater herumkommandieren. Der ist ans Kommandieren gewöhnt, spätestens seit 1939, als er zur SS ging. Da davon nichts mehr übrig ist, wendet er sich seinen Kindern...

16.10.2015

Wir bleiben drin.“ Der Spruch zieht sich über die Fassade, schwarze Buchstaben auf weißem Banner in den Ästen eines vom Sockel bis unters Dach gemalten Baumes . 1974 hatten Studenten das Haus in der Waldemarstraße 81 in Kreuzberg besetzt und ihre Losung auf die Vorderfront gepinselt. 2015 gibt es Baum und Banner immer noch: Sie blieben drin, die einst wilden und inzwischen etablierten Intellektuellen.

16.10.2015

Systeme kommen, Systeme gehen. Es bleibt: der Sport

Nachruf auf Karl-Heinz Brückner (Geb. 1935)
Was das Leben lebenswert macht, ganz allgemein, darüber herrschte Klarheit im Leben von Karl-Heinz Brückner. Fragt man seine Frau, wann er wohl am glücklichsten war in seinen 80 Jahren, überlegt sie eine Weile. Denn Sport hat er eigentlich immer getrieben, und der Sport war immer schon das Wichtigste.

16.10.2015

Er wurde nie gefragt, ob er Treueherzen sammelt

Nachruf auf Percy Grunwald (Geb. 1959)
Nomen est Omen. Trieft vor Einfallslosigkeit, dieses Allerweltszitat, stimmt aber nun mal im Fall von Percy, dem verbeamteten Globetrotter und Bonvivant mit Hang zur Exzentrik. Seine Mutter fand die Groschenromanserie um Percy Stuart toll. So geht eine von zwei Legenden. Percy Stuart war ein US-Millionär, der viele Abenteuer bestehen musste, um in den Londoner „Excentric Club“ aufgenommen zu werden. Die andere Legende nennt Wagners Parsifal als Inspiration. Eigentlich war James der Favorit, nach...

09.10.2015

Wer über dem Abgrund balanciert, behält den Überblick

Nachruf auf Rudi Thiessen (Geb. 1950)
In jedem Aufbegehren steckt auch ein Begehren. Die Revolte gegen den Tod ist ein Schrei nach Leben, die Lust am Satanischen birgt ein geheimes Sehnen nach Göttlichem, und selbst im Wahnsinn Hamlets, der so redselig die Unordnung der Welt beklagt, klingt der kindliche Wunsch nach einer geordneten Familienaufstellung durch. Unser Leben ist ein fortwährender bizarrer Widerspruch, am eigenen Leib sehen wir Natur und Geist im steten Widerstreit, zuunterst am Schuhwerk. Schlappe ich salopp und gesundheitsbewusst...

09.10.2015

„Schmeiß weg. Gibt alles neu“

Nachruf auf Jolande Wussow (Geb.1927)
Er war kein böser Mensch, der Mann, der sie beinahe vergewaltigt hätte. Fast noch ein Junge außerdem. Die anderen russischen Soldaten hatten ihn unter Druck gesetzt. Und am Ende hat er es ja gar nicht getan.