Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

15.01.2016

Sie liebten sich, und es fühlte sich ewig an

Nachruf auf Jerome-Kabaka Babikir-Moser (Geb. 1986)
Es ist doch bloß ein Kuss: Nur ein Grobian würde einen solchen Satz sagen. Denn es soll der erste Kuss sein, taufrisch und mit einem Herz, das bis zum Hals schlägt. Nicht hastig getauscht in einer dunklen Ecke. Prag, denkt sie, Prag ist der geeignete Ort. Es ist Sommer. Die Dächer funkeln. Sie laufen durch die Stadt, auf der Suche nach einem Fleckchen zwischen Blumen und Bäumen. Doch nirgends ein Park, eine Wiese. Sie laufen weiter, werden müde, kehren zurück ins Hotel. Sie setzen sich aufs Bett,...

15.01.2016

Eine Lüge? Selbstver- ständlich, aber eine süße

Nachruf auf Fabrizio Frangelico (Geb. 1964)
Es gibt viele, die ihn gemocht, vielleicht sogar geliebt haben, die diesem Mann, der so jäh und mysteriös aus dem Leben gerissen wurde, nichts mehr gönnen würden als einen Nachruf, über dem sein Name steht. Wir aber nennen ihn Fabrizio. Warum sein wahrer Name hier nicht steht, wird im Lauf der Geschichte wohl verständlich. Es hat mit seiner Eigenart zu tun, alles zu machen, um gemocht, geliebt zu werden, von jedermann. Aber everybodys darling - so etwas gibt es nicht.

08.01.2016

„Vater, mach die Musik leiser, wir müssen lernen!“

Nachruf auf Reinhard Hildebrand (Geb. 1951)
Vierundsechzig Felder hat das Schachbrett; vierundsechzig Felder reichen aus für unzählige Spielzüge, Überraschungen, gemeine Finten, weitsichtige Planungen. Gern erzählte Reinhard die Legende, dass der Erfinder des Schachspiels bei seinem König einen Wunsch frei hatte. Er wünschte sich, dass man das Schachbrett mit Reiskörnern füllen möge, und zwar so, dass ein Korn auf das erste Feld gelegt wird, zwei auf das zweite, vier auf das dritte und so weiter. Also immer doppelt so viele auf das jeweils...

08.01.2016

Schmachte nicht den Musiker an, mach selber Musik!

Nachruf auf Heiner Thomas (Geb. 1940)
Oh je, wie aus dem Leben eines Taugenichts“, wird der Vater sich gedacht haben, als der Sohn ihm eröffnete, dass er lieber eine Grafikerausbildung als das Abitur machen würde. Der Vater war Lehrer und sah sehr streng auf das Leben. Die Mutter Else hingegen sah sehr liebevoll auf den Sohn, denn sie wusste, was immer er tat, war das Richtige. „Mein kleiner Rembrandt“, nannte sie ihn, aber die Fußstapfen waren dann doch zu groß, er brach die Grafikerlehre ab, obwohl er akkurat zeichnen konnte, und wurde...

08.01.2016

Diesen Job gab es nur einmal auf der Welt: „Bevorratungsdezernent“, Hüter und Verwalter der Senatsreserve von West-Berlin, verantwortlich für Kohlen, Konserven, Schnuller, Fahrräder, Medikamente, Kinderwagen, hunderttausende Paar Schuhe, feine Erbsen, Glühbirnen und sogar Papier, damit im Ernstfall, bei einer Blockade der Halbstadt, auf Wochen auch die Produktion von Zeitungen gesichert sei. Nach der Blockade 1948 hatte man die Vorräte angelegt, zuletzt Waren im Wert von 1,6 Milliarden DM. Der größte...

18.12.2015

Diese verrückte Welt da draußen ist nicht mehr seine Welt

Nachruf auf Jürgen Müller (Geb. 1941)
Ein Moment tiefer Zufriedenheit. Gerade ist sein Sohn, ein einfacher Schriftsetzer, genau wie er, zum Regierenden Bürgermeister gewählt worden. Jürgen Müller lächelt milde, ein Diogenes-Lächeln. Diese verrückte Welt da draußen, mit ihren Affären und Allüren, dem digitalen Dauerstrom an Nachrichten und Kommentaren, den Usergemeinden und Pop-up-Stores, ist nicht mehr seine. Aber das macht nichts, denn Jürgen Müller sitzt ja drinnen, an seinem Schreibtisch, umgeben von 400 Bleisatzkästen und einer Tiegeldruckpresse,...

18.12.2015

Als die „Marie Claire“ anrief, hat sie einfach wieder aufgelegt

Nachruf auf Marietta Jadamowitz (Geb. 1947)
Alles wird infrage gestellt! Das gilt für mein Leben und für meine Malerei.“ Schon als Kind zeichnete sie gern. Das Haus, die Schule, die kleine Schwester, drei Jahre jünger, für die es qualvoll war, Modell zu sitzen, zumal sie das fertige Bild nie sah, weil Marietta es wütend zerriss. Sie zweifelte an sich. Als sie ihrem Vater, der sich nur selten blicken ließ, mit 13 ihren Wunsch anvertraute, Malerin zu werden, blockte der ab: „Damit lässt sich doch kein Geld verdienen.“...

18.12.2015

Mit Chet Baker stand er auf einer Bühne, Ende der Fünfziger, als der noch sein James-Dean-Gesicht hatte. Er jammte mit Art Farmer, Dexter Gordon, Jim Hall. Lionel Hampton, der Lionel Hampton, nahm Manfred Burzlaffs Schlägel und spielte auf dessen Vibrafon.

11.12.2015

Strafe muss sein, weiß der Volksmund. Politiker und Philosophen haben sich den Kopf darüber zerbrochen, ob das Volk irrt. Doch der Volksmund diktiert Gesetze, fällt Urteile. Er richtet. „La bouche, qui prononce les paroles de la loi“, das ist der Gedanke hinter der Justiz, wie ihn der französische Philosoph und Staatstheoretiker Montesquieu im 18. Jahrhundert niederschrieb. Der Richter ist der Mund, der das Gesetz zum Reden bringt.

11.12.2015

Wie Hilka Neuhof zum Film kam, 58-jährig, nach einem Berufsleben als begeisterte Biologie-Lehrerin, klingt wie aus einem Drehbuch von Lothar Lambert.