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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
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Nachrufe

Es wurden 1104 Nachrufe gefunden

18.11.2016

Als Horst Lange-Prollius im Frühling 1999 zurück nach Berlin zieht, denkt er über den Tod nach. „Hier kann ich mir wenigstens sicher sein, dass ich in Wannsee begraben und nicht irgendwo im Schwarzwald verscharrt werde“, sagt er zu seinem Sohn.

11.11.2016

An einem Wintertag rutscht ihm eine Frau auf Glatteis vor die Füße, da ersinnt Johann Studinger sogleich einen Airbag to go. An einem Sommertag wird der Rosé in der Kühltasche warm, da denkt er über Sonnenkollektoren nach. Zwischendrin werkelt er immer wieder am idealen Spätzleschabbrett. Leicht muss es sein und doch solide, der Teig darf nicht am Holz kleben.

11.11.2016

Warum sie ihn nicht in Kreuzberg unter die Erde gebracht haben? Weil er vergessen hat, aus der Kirche auszutreten (musste ja seit Jahren keine Steuern mehr zahlen). Außerdem gabs keine Verwandten, die sich gekümmert hätten. Nur paar Freunde aus der Kneipe, und die haben, wenns ans Beerdigen geht, nichts zu melden. Das Amt hat nach Aktenlage entschieden: Konfession „rk“, Bestattung also auf einem katholischen Friedhof. Der nächste, auf dem eine anonyme Stelle frei war, befand sich halt in Mitte.

11.11.2016

Dieses Gefühl, wenn die Motoren aufheulen, wenn sie loszischen

Nachruf auf Alfred Krauthahn (Geb. 1918)
Autos! An ihnen schrauben, in sie hineinhorchen, den Fehler finden, das richtige Ersatzteil besorgen. Er steht an der Werkbank, draußen wird es dunkel, nach und nach gehen seine Mitarbeiter nach Hause. Dann wird es Nacht und wieder Morgen, und Alfred Krauthahn steht immer noch da.

04.11.2016

„Und was sind deine Themen?“ „Die Liebe und der Tod“

Nachruf auf Biljana Garvanlieva (Geb. 1973)
Eine Wohnung in einer makedonischen Kleinstadt, draußen grauer Schneeregen, drinnen laufen die Nachrichten, Berichte über Arbeitslosenzahlen, Bilder von Protesten. Die 17-jährige Emilija schaut aus dem Fenster. Ihre Eltern haben vor dem Haus einen Tisch aufgebaut, um Süßigkeiten zu verkaufen. Schnitt. Der Vater schält Kartoffeln, die kleine Schwester macht Hausaufgaben und im Flur vor der Tür zum Badezimmer übt Emilija konzentriert auf ihrem Akkordeon. Es fehlt der Platz, vor allem aber fehlt das...

04.11.2016

Bei vielen befindet sich die Problemzone nicht im Kopf, sondern auf dem Kopf. Gaby Hirsch wusste in beiden Fällen Rat. Du bist, was du siehst. Eine Frisur dient der Identitätsbildung, philosophisch gesprochen. Aber da kann einiges schiefgehen. Sicher hat jeder schon mal mit Entsetzen in den Spiegel geblickt, weil er bis zur Unkenntlichkeit frisiert wurde. Selbst schuld. Die wenigsten wissen, was ihnen steht. Da ersetzt dann gern mal eine punkige Farbe den Charakter oder eine endlos toupierte Dauerwelle...

28.10.2016

„Is dit Leben nich schön“

Nachruf auf Herbert Toepfer (Geb. 1935)
Kommen Sie nur herein, hier rechts, in die Küche, ich koche uns einen Kaffee.“ Herbert Toepfers Tochter raschelt in einem Regal, findet endlich die Kaffeepads und legt sie in die Maschine. „Und? Fällt Ihnen auf, was fehlt? Genau. Ein Herd. Ein reiner Männerhaushalt ist das hier.“...

28.10.2016

Eine Reise im Zug nach Paris, ein Richter im Ruhestand, freundlich und interessiert, fragt sein Gegenüber, einen Herrn mit Krawatte, Einstecktuch und hervorragendem, leicht türkisch akzentu- iertem Deutsch, wo er aufgewachsen sei. „Ach, in Istanbul. Da kommt mein Gärtner auch her. Hervorragender Mann.“...

21.10.2016

„Wer gehen lernen will, muss gehen“

Nachruf auf Stefan Hesse (Geb. 1960)
Das konnte doch nicht alles wahr sein“, notierte er im Tagebuch, „warum trifft es mich, für was werde ich bestraft, warum lässt Gott so etwas zu? Antworten fanden sich keine, die schwarze Leere war betäubend, furchterregend und grausam.“ Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Tumor wird meist spät entdeckt. Wenn die Beschwerden lästig werden, ist es oft zu spät. Ein halbes Jahr noch prognostizierten die Statistiken, anderthalb Jahre hat er sich erkämpft. Wenig Zeit, gemessen an den Jahren, die er sich erhofft...

21.10.2016

Er ist zuständig für die Sahnehauben im Leben der anderen

Nachruf auf Horst Richter (Geb. 1940)
Jeden Abend hat sich sein Tagewerk vollständig verkrümelt. Es muss in der Früh wieder ganz neu errichtet, die Vitrine muss bestückt werden. Sieben Tage hat das Café geöffnet, sieben Tage ist Horst Richter da. Nie käme es ihm in den Sinn, einen Ruhetag einzuführen. Das „Café Richter“ in der Giesebrechtstraße unterscheidet sich ohnehin kaum von einem plüschigen Wohnzimmer: die Polsterbänke über Eck, die weißen Tischdecken, die Vitrinen, die Porzellanfiguren, die deckenhohe Wandtapete mit der beeindruckenden...