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Götz Heymann
22.06.2025 um 07:12 Uhr von A.
Nachruf
22.06.2025 um 06:37 Uhr von A.Szenenbildner und Filmpreisträger Götz Heymann verstorben
Der Filmarchitekt Götz Heymann, langjähriges Ehrenmitglied im Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild (V-SK), ist am 4.5.2025 im Alter von 89 Jahren in Berlin gestorben.
1935 in Berlin-Lichterfelde geboren, wirkte Heymann als Szenenbildner an mehr als 90 deutschen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen mit. Nach einer Ausbildung zum Bautischler konnte er ab 1955 erste künstlerische Erfahrungen als Atelierassistent am Berliner Schillertheater unter der Intendanz Boleslaw Barlogs sammeln. Auf Einladung des renommierten Filmarchitekten Emil Hasler wechselte Heymann 1963 zum Sender Freies Berlin, wo er zunächst im Programmbereich Unterhaltung tätig war. Zwei Jahre später konnte er bei der deutsch-polnisch-französischen Gemeinschaftsproduktion „Der Augenblick des Friedens“ des Brecht-Schülers Egon Monk erstmals alleinverantwortlich für die Gesamtausstattung eines Spielfilms zeichnen.
In den folgenden Jahrzehnten war Heymann als Szenograf an einer Vielzahl künstlerisch bedeutender Kino- und Fernsehproduktionen beteiligt, darunter Johannes Schaafs aufrüttelnder Gesellschaftsstudie „Tätowierung“ (1967), Helma Sanders-Brahms opulenter Kleist-Biografie „Heinrich“ (1976) oder dem Fernseh-Mehrteiler „Ein Kapitel für sich“ (1979) nach den Romanen von Walter Kempowski. Mit dem Road-Movie „Theo, gegen den Rest der Welt“, das unter Heymanns Ausstattungsleitung unter teils abenteuerlichen Bedingungen in mehreren europäischen Ländern entstand, gelang den Machern die erfolgreichste deutsche Kinoproduktion der Saison 1980/81. Weitere herausragende Arbeiten jener Jahre waren die vielfach diskutierten Produktionen „Deutschland, bleiche Mutter“ (1980, Helma Sanders-Brahms), „Eine Liebe in Deutschland“ (1983, Andrzej Wajda) und „Die Reise“ (1986, Markus Imhoof), die sich der Aufarbeitung deutscher Zeitgeschichte widmeten und zu denen Heymann gleichermaßen einprägsame wie authentische Szenenbilder schuf. Sein Gespür für detailgenaue, zeithistorische Visualisierungen bewies er auch bei späteren Arbeiten, die vornehmlich als Fernsehproduktionen entstanden, etwa Tom Toelles eindringlicher Fallada-Adaption „Der Trinker“ (1995), Frank Beyers Zuckmayer-Verfilmung „Der Hauptmann von Köpenick“ (1997, beide Male mit Harald Juhnke in den Titelrollen) oder Kai Wessels tragikomischer NS-Satire „Goebbels und Geduldig“ (2001). 1990 erhielt Heymann für seine imposante Ausstattung der mehrfach ausgezeichneten Joseph-Roth-Verfilmung „Das Spinnennetz“ unter der Regie von Bernhard Wicki den Deutschen Filmpreis in Gold. Zudem lieferte er die Settings für eine Reihe von „Schimanski-Tatorten“ und „Polizeiruf“-Folgen. Neben seiner Filmarbeit wirkte Heymann wiederholt auch an der Gestaltung verschiedentlich preisgekrönter Ausstellungsprojekte mit, so für das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim oder die Erlebnisausstellung "Story of Berlin" am Berliner Kurfürstendamm. Die Berliner Akademie der Künste, der Heymann im Jahr 2015 sein künstlerisches Archiv überlassen hat, bereitet derzeit eine Publikation über sein Schaffen vor.
Nachruf von Nicky Rittmeyer, Akademie der Künste
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