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Kai Sender
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Gedenkkerzen

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11:04 Uhr am 29.01.2023

Detlef Mauer für Michael Schonack

In dankbarer Erinnerung.

10:53 Uhr am 29.01.2023

Dietmar Simon für Heide Simon

Heide Simon, meine unsterblich Gefährtin: Erinnerungen – Gedenken und Gedichte –

 (84) Lebendige Erinnerungen; (84a) Baben [Geburt]; (84b) [Erinnerungen. Vergangenheit und Gegenwart; (85) Erinnerungen [aus der Kinderzeit mit Geschwistern und Cousinen und Cousins]; (86) Kindheit [zum 50. Geburtstag eines Cousins]; (31) Zur Erinnerung an das Jahr1989 [Kindergedicht für ein Patenkind].

Heide Simon hat in einem von der Buchbinderei Jacob Kohnert bibliophil gebundenen Bändchen mit 25 Blatt maschinenschriftlichem Text und vielen Bildern Erinnerungen an ihren Vater zu dessen 75. Geburtstag zusammengefasst. Als Widmung handschriftlich eingefügt ist auf dem Vorblatt „ Meinem Vater zum 75. Geburtstag“ und auf dem letzten Blatt „von seiner Tochter Heide 11. April 1985“ Hier Auszüge (84), (84a), (84b).

 

(84) Lebendige Erinnerungen [S. 1, Einleitung]

 

Erinnerungen haben einen Glanz von Seligkeit. Sie bleiben in der Wahrheit, auch wenn sie nur dem tatsächlich Geschehenen verwandt sind. Sie sind auch nicht immer selbst erlebt, aber sie werden durch die Kraft des Erzählens und der eigenen Phantasie zu eigenen Erinnerungen.

 

Traurige, berauschende, lustige und herzzerreißende Erinnerungen bleiben unverändert in ihrer Eigenschaft, und öde wäre das Leben ohne sie.

Ich erinnere mich gern.
Und zum 75. Geburtstag meines Vaters wird vieles wieder neu lebendig, wenn ich in stillen Stunden 46 Jahre unseres gemeinsamen Lebens an mir vorüberziehen lasse.

 

(84a) Baben [S. 2; Baben, ein Dorf mit Kirche in der Altmark bei Stendal]

 

Meine Geburt und die sich darum rankenden Erzählungen sind zur Erinnerung geworden.
Ich weiß, dass unser Vater bei der Geburt seiner ältesten Tochter dabei war, Mutters Hand gehalten und beide stolz angelächelt hat.

Ich sollte eigentlich ein Sohn werden, also ein Stammhalter. Aber in diesem September 1939 sollte vieles anders kommen. Der Krieg war ausgebrochen und unser Vater wurde eingezogen. Welch ein Abschiedsschmerz hat die Freude auf ein zweites Kind getrübt.

Am 7. September 1939 stand ein großer Wäschekorb mit den schönsten Sommerblumen an Mutters Bett und meiner Wiege. Ich weiß nicht, von wem sie wirklich waren. In meiner Erinnerung waren sie ein Gruß von Vater. Wenige Tage später kam er selbst; man hatte ihm einen Tag Urlaub gegönnt, damit er - im Angesicht des Krieges - ein neues Leben, seine zweite Tochter, begrüßen konnte. Sicher hat er es mit bangendem Herzen getan, weil die Zukunft dunkel und furchterregend war. Aber er kam und hat mich vor Freude in die Luft geworfen, das weiß ich ganz genau.

 

(84b) [aus S. 17, Erinnerungen. Vergangenheit und Gegenwart,]

 

Widersprüchlich und doch wahr ist der immer geringer werdende Altersunterschied zwischen den Generationen, wenn das Eltern-Kind-Verhältnis sich allmählich aufgelöst hat. Stattdessen tritt ein gleichmäßiger Austausch von Erfahrungen, Gefühlen, Problemen auf, die sehr viel mehr Gemeinsames zulassen, als früher. Das ist schön, zu erleben und es schafft ein gleichberechtigtes und fast freundschaftliches Verhältnis.

 

Sicher spielt dabei auch eine Rolle, dass die räumliche Distanz durchgehender ist und man sich nur noch zwei, drei oder glücklicherweise manchmal auch mehr im Jahr trifft. Der Alltag wird getrennt erlebt, aber er wird in Essenz ab und zu mitgeteilt. Diese Situation prägt natürlich auch die Erinnerungen.
Ob es überhaupt noch Erinnerungen sind, weiß ich nicht zu sagen. Für mich haben gemeinsame Urlaube oder Familientreffen in "jüngster Zeit“, oder auch Besuche bei den Eltern in ihrem Erholungsruheort Enzklösterle, zur Zeit noch nichts mit den Erinnerungen zu tun, die doch alle einen Schleier um sich haben. Diese Begebenheiten sind gemeinsam erlebte; sie sind noch nicht eingetaucht in die Nebel meines Erinnerungsvermögens.

(Heide Simon April 1985)

 

(85) Erinnerungen

[aus der Kinderzeit mit Geschwistern und Cousinen und Cousins]

 

Es war einmal, fast wie in einem Märchen, ein Kinderland, das nicht mehr existiert.

Ganz losgelöst vom Heute und vom Morgen wird's nur in der Erinnerung erspürt,

Mit all den Freuden, mit den vielen Tränen, mit Jauchzen und mit tiefer Traurigkeit.

Wenn Ihr es hören wollt, so geht ganz leise zurück in Eure eigene  Kinderzeit:

 

Da wo der Fuchs den Hasen grüßt, bevor er sich beim Bauern Hühner stiehlt,

Wo auf dem Dorfplatz plötzlich über Nacht ein Zirkus steht und abends laut die Musik spielt,

Die Sonne morgens hell die Kinder und die Alten weckt und wo der Schulweg mitten durch                                                                                                  die Ährenfelder führt,

Dorthin sehnt oft das Herz sich und erahnt, erfährt und spürt,

Daß alles irgendwie noch in uns ist und wir nicht wären wie wir sind:

Menschen in dieser Zeit und Gott sei Dank auch manchmal noch ein Kind.

 

Wir waren zweimal fünf recht muntere Kinder, die einen hier, die anderen 30 Kilometer fort.

Zu allen Höhepunkten eines langen Jahres traf man sich selbstverständlich

an diesem oder jenem Ort.

Und wißt Ihr noch, Ihr Schwestern und ihr Brüder, wie vieles Schöne uns gemeinsam war:

Die Spiele ganz verrückt und spaßig, voll Lust und Phantasie und auch Gefahr,

Gebrochene Beine und gequetschte Zehen, die Elbe unser aller Schreckgespenst, o Not,

Und immer wieder spannendes Erleben der Wunder Gottes von Geburt und Tod.

 

Auch Krieg und Elend haben wir erfahren und dennoch unbeschadet überlebt.

Wir ahnten, daß in anderen Orten dieser Erde die Menschen sterben und die Erde bebt.

Fast sorglos durften wir die kleine Welt um uns genießen, erst sehr viel später

wurde es uns klar,

Was unsre Eltern still und oft allein gelitten, und daß die Zeit für andere Menschen

Hölle war.

 

Später in unsrer Jugend trennten uns Grenze, Raum und Zeit.

Doch wenn wir uns heute treffen, ein wenig schon alt, doch weise gescheit,

Klingt manchmal die alte Melodie in unseren Herzen

Von dem kindlich unbeschwerten Lachen und Scherzen.

(Heide Simon Jan.2001)

 

(86) Kindheit

[zum 50. Geburtstag eines Cousins]

 

Als du noch ein Kind warst,

liebten wir den alten Lindenbaum.

Du spieltest leise für mich auf der Mundharmonika,

und die Linde wiegte uns im Traum.

 

Als du dann ein Jüngling wurdest,

war der Lindenbaum nicht mehr.

Mauern schlossen unsere Kindheit ein,

Und die Träume sanken tief ins Meer.

 

Einmal noch für mich allein

spieltest Du die Orgel engelsgleich.

Doch nicht mehr nur Harmonie der Töne,

und nicht mehr nur froh und weich

 

war Dein Spiel in diesen Tagen.

Zweifel, Zorn und wehes Klagen

mischten sich dem Wohlklang bei.

Nun, nach all den wild und stillen Jahren,

 

in dem Auf und Ab der Harmonie,

bist du zum Meister der Musik erkoren.

Und immer wieder neu und froh geboren,

ist das erstanden, was der Himmel dir verlieh.

Jubilate Deo!

 

Oftmals still in dich zurückgezogen,

füllst du mit deinen Tönen Zeit und Raum.

Mehr dem Himmel als der Welt gewogen,

suchst du wieder nach dem Lindenbaum,

 

nach dem alten, süßen Kindertraum,

der ganz unbeschwert die Töne läßt erklingen,

und die Blätter neigen sich und singen

ohne Zwang und still bereit,

mit einer freien, frohen Heiterkeit.

 

(Heide Simon 1994)

 

 

(31) Zur Erinnerung an das Jahr 1989
 [Kindergedicht für ein Patenkind]

Das Weihnachtsfest in diesem Jahr
soll dir in deinem Herzen bleiben!
Denn stell dir vor, es ist fürwahr,
man wird es ins Geschichtsbuch schreiben,
ein weihnachtliches Wunder uns gescheh’n.

 Vor vielen, vielen Jahren gab es Krieg
und die Menschen haben geweint und gelitten.
Doch nach dem Krieg haben sie sich gestritten
um Städte und Dörfer, um Wälder und Seen,
um die Kinder, die so gern drin spazieren geh’n.

Sie haben einfach eine Mauer gezogen,
mitten durch Berlin und quer durch das Land.
Sie reichten sich nicht zum Frieden die Hand,
sie haben die Kinder um die Freiheit betrogen.

Die Kinder in Dresden, in Rostock, in Ostberlin,
in Baben, in Stendal und in Schwerin
konnten nicht einfach durch die Mauer gehen,
um die Kinder in Herscheid oder Stuttgart zu sehen.

Und die Kinder hier haben vergessen zu fragen
nach den Kindern dort drüben hinter dem Zaun,
ob sie auch lachen, sich freuen oder viel klagen,
oder oft traurig über die Mauer schau’n?

Die Kinder von damals, die hinter dem Zaun,
wollten den Mächtigen nicht mehr trau’n
Sie sammelten Kraft und entwickelten Mut.
Sie rissen die Mauer ganz friedvoll nieder
und sangen der Freiheit frohe Lieder.

Reisen wollten sie in fernes und nahes Land,
sie wollten sich sonnen am südlichen Strand.

Gott gebe, daß dies alles gelingen mag
und segne das ganze Land Tag  für Tag.
 (H.S. 1989)

08:38 Uhr am 29.01.2023

Gitti ❤️❤️❤️ für Frank Hoffmann

Zeit heilt keine Wunden. ❤️❤️❤️

20:26 Uhr am 28.01.2023

Hans Ribbeck für Hans Joachim von Orlikowski

Ja Orli, Du gehörtest zu unserem Leben. Und wir sind dankbar für die Kommunikation mit uns, insbesondere für Deine liebevolle Fürsorge für unseren Sohn in seinen jungen Berliner Jahren. Du warst ein väterlicher Freund und stets aufgeschlossener Ratgeber. Aber daneben auch eigenbrötlerisch und introvertiert - so hast Du Dein eigenes Leben geführt.

19:30 Uhr am 28.01.2023

Hans Ribbeck für Hans Joachim von Orlikowski

Ja Orli, Du gehörtest zu unserem Leben. Wir sind dankbar für die Begegnungen mit Dir und insbesondere für Deine Sorge und Fürsorge für unseren Sohn. Ihm warst Du in seinen jungen Jahren ein verlässlicher, väterlicher Freund. Hast ihn in seinen Berlner Jahren  als vertrauter Ratgeber begleitet und mit uns lebhaft kommuniziert.Du warst ein interessanter, aber auch introvertierter Typ.